Börgerende-Rethwisch, 01. Dezember 2020 – Der Gemeinnützige Verein 67 m – NEIN! e.V. Börgerende-Rethwisch erklärt sich solidarisch mit den Gegnern des geplanten Hochhaus- Neubaus in Graal-Müritz und spricht sich gleichzeitig generell gegen die Errichtung von Hochhäusern an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns aus. Laut Zeitungsberichten ist in den nächsten Jahren geplant, das inklusive Dachkonstruktion derzeit
viergeschossige Hotel „Ostseewoge“ in Graal-Müritz aus Gründen der Wirtschaftlichkeit durch einen achtgeschossigen Neubau zu ersetzen, was die Gemeinde spaltet.
„Wir treten dafür ein, dass Neubauten nicht in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten errichtet werden und prinzipiell den Charakter der Gemeinde nicht zerstören dürfen“, erklärte am Dienstag Dr. Lutz
Baumbach, Vorsitzender des Gemeinnützigen Vereins 67 m – NEIN!, der sich seit 2016 gegen die Errichtung eines 67 m hohen Gebäudes in der Ostseegemeinde zur Wehr setzt. „Die von uns begrüßte Entscheidung des Verwaltungsgerichts Schwerin aus dem Jahr 2009, die Erweiterung des
Graal-Müritzer Hotels in den Küstenwald hinein vor dem Hintergrund der dazu notwendigen Baumfällungen auf rund 3.400 qm Fläche zu untersagen, darf nicht als Argument dafür missbraucht werden, nun zügellos in die Höhe bauen zu wollen“, so Baumbach weiter.
„An der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns brauchen wir neben den vorhandenen keine neuen Leuchttürme, Leuchtzeichen oder See(h)zeichen, sondern die Erhaltung der vorwiegend naturbelassenen Küstenlinie und -silhouette. Das liegt uns als Einwohnern am Herzen und stellt bei unseren Gästen ein großes Plus bei der Wahl ihres Urlaubsorts dar, erklärt der Chef von 67 m – NEIN! und ruft dazu auf: „Lassen Sie uns nicht die gleichen Fehler machen wie vor Jahrzehnten an der Ost- und Nordseeküste der alten Bundesländer, wir wollen keinen neuen Timmendorfer Strand.“
Sollte es weitere Vorhaben zum Bau von Hochhäusern an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns oder zur Bebauung von Natur- bzw. Landschaftsschutzgebieten geben, ist 67 m – NEIN! gern dazu bereit,
Kontakt mit örtlichen Gegeninitiativen aufzunehmen, um gemeinsam gegen derartige Pläne vorzugehen.

Kontakt für die Medien
Matthias Trott, freier Journalist
mobil: 0151 644 155 29
matthias_trott@t-online.de


Die Bürgerinitiative „67 m – NEIN!“ Börgerende-Rethwisch war am 25. September 2016 mit dem Ziel ins Leben gerufen worden, den Charakter der Gemeinde Börgerende-Rethwisch zu erhalten. Die Gründung erfolgte im
Ergebnis der öffentlichen Sitzungen des Bauausschusses und der Gemeindevertretung am 20. bzw. 22. September 2016. Dort hatte ein potenzieller Investor seinen Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans u.a. mit dem geplanten Bau eines Hochhauses und eines Sportforums mit Sportplatz und Bebauung mit weiteren Häusern begründet und war dabei auf massiven Widerstand aus der Bevölkerung gestoßen. Die Bürgerinitiative will unter Hinweis auf zu erwartende negative Auswirkungen auf den Charakter der Gemeinde und der Küstenlinie, den Landschafts- und Küstenschutz, den Lärmpegel für Bewohner und Urlauber sowie die Verkehrssituation das Projekt verhindern. Am 5. Dezember 2016 war die zweite Bürgerinitiative „Für eine dörfliche Ostseegemeinde Börgerende-Rethwisch“ ins Leben gerufen worden, die sich für die von Bebauung freie Erhaltung des Landschaftsschutzgebiets sowie die Erhaltung des dörflichen Charakters der Gemeinde einsetzt.
Die Gründung des Gemeinnützigen Vereins 67 m – NEIN! e.V. durch beide Bürgerinitiativen erfolgte am 15. MärzDas dritte Bürgerbegehren mit dem Ziel, die Bebauungshöhe von Gebäuden, die ab Juli 2018 errichtet
werden, auf zwölf Meter zu beschränken, war am 20. Juli 2018 eingebracht worden.