67m-NEIN!

Wir wollen kein Hochhaus in Börgerende/Rethwisch!

Brief von Prof. Baumbach

Aussage zu und Anlass für hohe(n) Häuser

  • in den Seestädten und Orten am Meer waren es die Leuchttürme (Sichtzeichen für heimkehrende Schiffe) = soziale gemeinschaftsfördernde Gebäude,
  • in den Landstädten und Orten waren es die Kirchen als Sichtzeichen für Glauben- auch ein Gebäude kommunaler Bedeutung,
  • die Rathaustürme Sichtzeichen der Stadtvertretung auch eine kommunale Bedeutung

Das hohe Haus im Deutschland der 20iger Jahre hatte die Aufgabe Orte in der Stadt weithin sichtbar zu machen, wichtige Plätze, wichtige Funktionen.

In Amerika hielt das hohe Haus Einzug in die Gestalt der Stadt um zu „verdichten“, Stadtgrund intensiv zu nutzen, ökonomische Gründe aber auch um Eigentümer zu benennen und „individuelle Namen“ im Stadtkörper zu „verankern“.

Aneignung der Stadt durch das Individuum (das Kapital) „individuelles Wohl steht vor Gemeinwohl“ (da fallen solche Sätze wie „das Kapital ist scheu wie ein Reh“) – alles Unsinn. Das Kapital“ ist süchtig nach Gewinn“. Erlaube „ihm“ nur so viel wie ihm nützt und dem Gemeinwohl nicht schadet.

Börgerende darf keine „Spielwiese“ von „Geldmenschen“ werden, verantwortlich für die Entwicklung eines Ortes ist die Klugheit der von einer Gemeinschaft gewählten Vertretung, die mit ihren Entscheidungen dieser verpflichtet ist.

Im Falle des Bauwunsches „Hochhaus“ zählt nur eine Befragung der Gemeinschaft.

Ein Hochhaus-Hotel am See-Ortsrand zu errichten dient nur der „Selbstdarstellung“ eines Investors.

Es ist (orts)fremd und zerstört das harmonische, in den Höhen gleiche Ortsbild.

Für viele Menschen des Ortes und für viele Touristen wäre es Beleidigung ihrer Empfindungen.

Das 1. Hochhaus in Warnemünde wird immer ein „Fremdling“ im Ortsbild bleiben und das 2. ist einfach richtig falsch.

Eine Feststellung, dass das Gebäude die Höhe der Baumwipfel nicht übersteigen darf wäre richtig.

Gibt es eine Gestaltungssatzung, einen Flächennutzungsplan?

Im Übrigen sollte sich das neue Gebäude in Dimension, Material und Formkanon in das Ortsbild einfügen. Ein Hochhaus würde das sicher nicht.

Bäderarchitektur“ ist das Schlagwort für die Entwicklung der Kur – und Badeorte an der Ostsee.

Was immer das auch ist? Auf keinen Fall ein Hochhaus.

gez. Prof. P. Baumbach, ehem. Prof. der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, Architekt „Fünf-Giebel-Haus“ Rostock, (nicht verwandt-verschwägert mit Dr. Lutz Baumbach)

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